Vorbereitungen mit Hindernissen - so lässt sich
kurz die erste Phase zu dieser Messe beschreiben. Wir schlafen in der
Kaserne Ried - nein, wir schlafen nicht in der Kaserne Ried. Wir fahren am
Dienstag, nein, wir fahren am Mittwoch. Fahren wir jetzt überhaupt? Ja,
wir fahren. "Mr. President" Herbert hatte es nicht leicht mit
der Organisation. Sehr spät, dann nicht wirklich genau, wenig bekannte
Randbedingungen, wer fährt mit usw.
Letztendlich klappte es doch, erstmals wurde in
der großen Runde die Aufstellung geplant, mit CAD-System (wie immer) und
mit Beamer zur riesengroßen Wandprojektion der Planung (zum ersten Mal).
Herausgekommen ist ein sehr schöner Streckenverlauf mit rund 20 m
zweigleisiger Strecke, etwa 20m eingleisiger Strecke (dem Waldviertel) und
etwa 40m weiterer eingleisiger Strecke mit Eierbach, Kehrschleife mit
Flugplatz und sehr vielen Zügen.
Mit
vollgepacktem VW LT (Füllungsgrad 110%) und Lieferwagen (auch nicht
weniger drinnen) ging es am Donnerstag am frühesten Morgen (wer hat
solche Ideen???) von Wien nach Ried - mit dabei Mr. President Herbert N.,
Andreas G., Andy Z. und Wolfgang K. Im extra Auto kamen - bei weit
christlicherer Abfahrtszeit - noch Franz "Waldviertel" V. und
Enrico S. am Vormittag dazu. Und schon ging es ans Aufstellen - es ist ja
immer wieder toll, einen Riesenplan auszudrucken, hilfreicher allerdings
ist, diesen auch mitzunehmen :-). So quälte man sich mit A4-Zettelchen,
die richtigen Module zu identifizieren und dann noch in der richtigen
Reihenfolge einzubauen. Ach ja, Planung ist ja nur die Vorhersage des
Irrtums - natürlich kamen noch ein paar brandneue Module mit (in letzter
Sekunde fertig geworden), die auch noch wo hineingezwickt werden mussten
:-). Man glaubt es aber kaum - am Abend war dann alles fertig und
funktionierte auch...
Wie die jungen
Pferde scharrte man nach dem (zeitigen) Frühstück in den Startlöchern
und schon eine halbe Stunde vor Beginn der Messe war alles betriebsfertig,
die Zuseher brauchten nur mehr kommen!
Und
sie kamen! Freitag etwas zögerlich, Samstag ziemlich viele und Sonntag
war Familientag - mit Kind, Kegel und Hund - angesagt. Immer wieder musste
erklärt werden, heimsten wir Lob für die schöne Modulanlage ein - und
die Kinderchen wurden sogar von den Eltern im Zaum gehalten, nur ja nichts
anzugreifen. Ein paar Modellbahnfans hätten am liebsten gleich mitgetan,
ein Knabe suchte sich Wolfgang als "Ersatzvater" aus und drehte
heftig an den Reglern - immerhin so heftig, dass am Samstag nach einer
Stunde Dauerkurzschluss ein Modellbahnregler abbrannte und sogar
Rauchwölkchen gen Himmel stiegen... Allerdings war der
"Ziehsohn" dann nicht mehr gesehen :-), dafür kam Florian,
Wolfgangs Sohn, noch nach und unterstützte uns bei den 4 Bahnhöfen. Ganz
besonders kam unser Speicherbahnhof Gabstatt dran, hatte er doch Züge von
2 eingleisigen Strecken anzunehmen, umzurangieren und auch wieder
wegzusenden. Die Kinder der Besucher wollten immer wieder die ICE und den
Thalys auf der zweigleisigen Strecke dahinrauschen sehen - und so kam die
Bedienungsmannschaft schon ins Schleudern. Als Devise war ausgegeben
worden: "Viele, aber kürzere Züge!" - und je länger der Tag
wurde, umso länger und weniger wurden die Züge :-) - Gabstadt konnte nur
mehr mithalten, wenn die Züge verlängert wurden und gleichzeitig die
Zahl der Züge reduzierte. Auf den eingleisigen Strecken wurden die wieder
zerlegt und als 2 Einzelzüge wieder retourniert - und dann stapelten sich
die Loks in Gabstadt :-).
Wir
freuten uns auch sehr über den Besuch von Georg und seinen Kollegen vom
Modellbauverein Hall/Tirol, die die weite Anreise nicht gescheut hatten,
um uns zu besuchen! Na und natürlich kamen noch viele N-Bahner aus
Oberösterreich, Salzburg und natürlich Bayern - es gab ja nicht nur
unsere Modellbahn zu sehen, auch einige Händler hatten den Weg nach Ried
gefunden, die Kollegen vom Modellbauklub in Ried präsentierten die
feinsten Modelle und die Workshops (z.B. Bemalen von Figuren) waren immer
gut besucht. So manch einer (auch aus unserem Klub) schleppte so einige
Schnäppchen aus dem Flohmarkt weg - da wechselten schon einige Hunderter
den Besitzer... Der Modellbauklub Ried hatte für die Aussteller eine
Ruheinsel kreiert, die Damen Kuchen gebacken - exzellent gut und auch
preiswert! - und so fand man so manchen 160er auf Kaffeepause in der
"Insel".
Am Sonntag Abend, nach
drei Tagen Vollbetrieb ohne nennenswerte Vorfälle, schafften wir es dann
in der Rekordzeit von drei Stunden, alle Autos wieder zu beladen, ohne
dass etwas zurückbleiben musste - und last but not least wurden die Autos
um 1 Uhr 30 in der Nacht wieder den Besitzern zurückgestellt. Ein
anstrengendes, langes Wochenende - aber viel Freude in den Gesichtern der
jungen und junggebliebenen Besucher!
Die
nächste Modellbaumesse in Ried findet voraussichtlich 2007 statt -
vielleicht sind die 160er wieder vorhanden?
Zu
den Fotos...